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DER ALTE MARKT

Der Alte Markt gilt als Keimzelle der brandenburgischen Landeshauptstadt. War es anfangs eine Burg, eine kleine Pfarrkirche und zahlreiche armselige Hütten, die den Markt prägten, so entstand seit Anfang des 18. Jahrhunderts ein prachtvoller Platz im Stile einer römischen Piazza. Zweifellos dominierend war und ist die riesige Nikolaikirche mit der charakteristischen Kuppel. Umrahmt wurde der Platz von Bürgerhäusern, dem Stadtschloss und dem Palais Barberini.

Beim Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 wurde die gesamte Altstadt Potsdams vernichtet und mit ihr auch das Stadtschloss, das Alte Rathaus und die Nikolaikirche. Während man sich recht bald für den Wiederaufbau der Nikolaikirche und des Alten Rathauses entschied, blieb das Schicksal des Schlosses lange unklar. 1959 fällt dann die Entscheidung, die Reste des Hohenzollernschlosses zu entfernen. 1960 wird das Schloss abgetragen.

Die zahlreichen Pläne zur Bebauung des Platzes blieben bis heute ohne Folgen (bis auf der Versuch eine Theaterneubaus, der aber 1990 noch vor Vollendung wieder abgerissen wurde).

Heute ist der Alte Markt als solcher nicht mehr zu erkennen. Eine riesige Baugrube erstreckt sich über das Areal und kündet von großen Plänen. Das Stadtschloss entsteht zu Füßen der Nikolaikirche als Landtag des Landes Brandenburg neu. Nach vielen Kontroversen und einer Millionenspende wird das neue Gebäude im Jahre 2012/13 bezugsfertig sein. Der Wiederaufbau des Schlosses wird wohl zur Initialzündung für die komplette Umgestaltung der Potsdamer Mitte nach historischem Vorbild. Auch das Palais Barberini und die Humboldtstraße könnten bald wieder zu den Sehenswürdigkeiten Potsdams zählen.

Combino, Nikolaikirche, Fortunaportal und das Rathaus - Potsdamer Sehenswürdigkeiten

 

 

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Straßenbahnen auf dem Alten Markt - Die Anfänge

Seit Anbeginn des Straßenbahnverkehrs in Potsdam, ist der Alte Markt mit Gleisen ausgestattet. Einfach war es allerdings nicht, hier die Pferdebahn fahren zu lassen, schließlich musste sie ja am königlichen Schloss vorbei. Am 22. August 1879 ließen die Beamten der königlichen Regierung wissen, dass eine Pferdebahn auf dem Alten Markt  “mit den Intentionen seiner Majestät nicht in Einklang zu bringen” seien. Die Vorbeifahrt am Stadtschloss war aber insofern notwendig, als man nur so die Lange Brücke und den Bahnhof erreichen konnte. Scheinbar waren die Beamten des Königs etwas voreilig, den persönlich auf die Pferdebahn angesprochen meinte dieser, dass ihn das Klingel in keiner Weise stören würde. Bereist am 12. Mai 1880 hatte der planmäßige Pferdebahnverkehr in Potsdam begonnen und die Bahn endete am Fortunaportal. Nachdem sich der König wohlwollend über die Bahn geäußert hatte, konnte dann auch das Teilstück bis zur Rampe der Langen Brücke (etwa in Höhe der Bittschriftenlinde) am 3. Juli 1880 in Betrieb genommen werden. Die Brücke selbst konnte wegen ihrer geringen Belastbarkeit die Bahn nicht tragen. Erst 1888 wurde, nach dem Neubau der Brücke auch der Bahnhof erreicht.

Der Alte Markt um 1900

So stellte sich die Verkehrssituation am Alten Markt in den Jahren von 1880 bis 1945 dar. Die am Stadtschloss in Richtung Altes Rathaus abzweigende Strecke wurde 1888 zwar bereits wieder stillgelegt, der endgültige Abbau erfolgte aber erst 1906/07. Auch die Umfangreichen Gleisanlagen am Platz der Einheit entstanden erst mit Eröffnung der Elektrischen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Elektrische auf dem Alten Markt

Mit der Eröffnung der Elektrischen Straßenbahn wandelt sich das Erscheinungsbild des Alten Marktes noch einmal. Auf höchsten kaiserlichen Befehl hin, wurden die Oberleitungsmasten des neuen Verkehrsmittels zu waren Prachtexemplaren, einen Kompromiss, den man eingehen musste, um überhaupt eine Oberleitung an dieser exponierten Stelle genehmigt zu bekommen. Die Strecke am Palais Barberini und dem Rathaus vorbei wird endgültig stillgelegt.

Eröffnung der Eletrischen

Die Eröffnungszüge befuhren am 2. September 1907 natürlich auch den Alten Markt. Links im Bild das Fortunaportal des Stadschlosses.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ende der Potsdamer Piazza

Große bauliche Veränderungen finden in den nächsten Jahren nicht mehr statt, erst der Zweite Weltkrieg verändert das Gesicht des Platzes erheblich. Bei den Luftangriffen auf Potsdam in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 wird die Altstadt schwer getroffen. Auch der Alte Markt wird gänzlich verwüstet.

Das Ende 1945

Die Karte zeigt die Zerstörungen durch die Luftangriffe 1945. Der Straßenbahnverkehr ist bereits wieder aufgenommen, die gesprengte Lange Brücke wurde durch eine provisorische Brücke ersetzt.

Der Straßenbahnverkehr über den Alten Markt wird am 18. Oktober 1945 wieder aufgenommen, als die Lange Brücke provisorisch hergestellt ist. Sie war von der abziehenden Wehrmacht gesprengt worden. Die Straßenbahngleise am Alten Markt wurden durch neue Gleise ergänzt, mit deren Hilfe die Trümmerberge abgeräumt wurden.

LOWA-Zug vor dem Fortunaportal

Ein Lowa-Zug mit TW 124 an der Spitze, wartet hier Mitte der 50er Jahre den Fahrgastwechsel ab. Links im Bild die traurigen Reste des Fortunaportals.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne Schloss auf neuen Wegen

Nachdem der Abriss des Stadtschlosses beschlossen worden war, konnten auch die Planungen für die neue Straßenbahntrasse umgesetzt werden. Anstelle der kurvenreichen Strecke über den Alten Markt, wählte man nun die direkte Durchfahrt durch die neue Friedrich-Ebert-Straße. Nach der Enttrümmerung der ehemaligen Hohewegstraße war hier ein erheblicher Platz frei geworden. Auch der Alte Markt selbst war nach dem Abriss des Stadtschlosses 1960 zu einer großen Freifläche geworden, sodass man hier ein völlig neues Verkehrskonzept umsetzen konnte. Die Lange Brücke wurde südlich der alten Brücke komplett neu erbaut und trug auch die neuen Straßenbahngleise. Am 4. Dezember 1961 geht die gesamte neue Verkehrsführung in Betrieb, die Fläche des Stadtschlosses ist nun mit einer Kreuzung teilweise überbaut.

Sozialistisches Stadtzentrum

Dargestellt ist hier die Situation, wie sie sich in den 80er Jahren darstellte. Das Institut für Lehrerbildung und das Interhotel haben den Platz ergänzt, die Altstadt ist mit Neubauten und Grünflächen überbaut. Die Straßenbahn verkehrt quer über das Stadtschlossareal und die Haltestelle “Alter-Markt” heisst nun “Ernst-Thälmann-Stadion”.

Tatra am Alten Markt

Hier ein Tatra-Zug an der Haltestelle “Ernst-Thälmann-Stadion”. Im Hintergrund das bis heute dominierende “Institut für Lehrerbildung”.

(Foto: Sammlung A. Olander)

 

 

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Landtag oder Kreuzung?

Zwanzig Jahre dauerten die Diskussionen um den Wiederaufbau des Schlosses und die Rückgewinnung der alten Platzform. Auch die Führung der Tram war immer wieder Thema der Debatten, recht schnell war aber klar, dass die Straßenbahn nicht wieder auf den Markt zurückkehren würde. Die enge und kurvenreiche Trasse genügt heutigen Vorstellungen nicht. Daher wird die Bahn mit der Breiten Straße verlegt und in einem weiten Bogen vor dem Gebäude vorbeifahren, welches hier entstehen soll.

Der Wiederaufbau beginnt

So sah die die Situation aus, bevor mit der Baufeldfreimachung begonnen wurde. Das Fortunaportal war neu erstanden und auch der Lustgarten wurde angelegt, ansonsten hatte sich aber kaum etwas verändert. Der mit Hilfe von Hecken angedeutete Grundriss des Schlosses war später den Ausgrabungen gewichen, die 2006 begannen. Die Theaterbaracke ist seit September 2007 Vergangenheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wiederaufbau beginnt

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Nachdem die Entscheidung für den Wiederaufbau des Stadtschlosse als Landtag für Brandenburg gefallen war, begannen am 15. März 2008 die ersten konkreten Bauarbeiten zur Baufeldfreimachung. Die Friedrich-Ebert-Straße ist inzwischen zurück gebaut und die Tram auf neuer Trasse und der neuen, autounabhängigen Havelquerung unterwegs.

Die Karte oben kennzeichnet die Situation, wie sie sich seit 01. September 2009 darstellt. Wann die aufgezeigten Gebäude errichtet werden, steht bisher noch in den Sternen. Einzig das Landtagsschloss soll 2012/13 fertig sein.

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