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Gotha-Zweiachser in anderen Städten gibt es hier zu sehen:

 

 

 

 

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GOTHA-ZWEIACHSER IM EINSATZ IN POTSDAM

Nur wenige dieser legendären Fahrzeuge bekam Potsdam als Neulieferung. Durch die Übernahme von anderen Betrieben war der Fahrzeugpark allerdings so groß geworden, dass diese Wagen jahrelang das Potsdamer Stadtbild prägten.

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Die Fahrzeuggeschichte

Der Vorgänger der „Gothawagen“ waren die sogenannten LOWA-Wagen (ET50 bzw. EB50), der Waggonfabrik in Werdau. Dies waren die ersten Neubaufahrzeuge, die in der DDR produziert wurden. Diese Fahrzeuge wiesen, bedingt durch die Mangelwirtschaft der Nachkriegszeit erhebliche bauliche Mängel auf. Daher entschloss man sich 1955 zur Produktion eines völlig neuen Wagentyps. Die Waggonfabrik in Gotha, die seit 1954 alleiniger Hersteller von Straßenbahnwagen in der DDR war, entwickelte dazu einen Prototyp der ab 1956 in Gotha selbst eingesetzt wurde. Nach Auswertung des Probeeinsatzes begann die Produktion des überarbeiteten Typs T 57 bzw. B 57. Als Einheitswagen wurden diese Fahrzeugtypen von fast allen Betrieben der DDR eingesetzt.

1961 beginnt die Produktion der verbesserten Variante T 2-61, die vor allem durch die vergrößerte Fahrerkabine auffällt. Wie bei den Wagen des Typs T 57 wird der Fahrschalter über eine Kurbel bedient. Die neue Serie wurde allerdings nur noch als Einrichtungswagen produziert und nie nach Potsdam geliefert. Ein Jahr später wurden erneut technische Veränderungen vorgenommen. Von den Gelenkwagen des Typs G 4-61 wurde der Unterflurfahrschalter StNFB4 übernommen, der nun über ein Auto-Lenkrad betätigt wurde. Die Beiwagen wurden ab sofort nicht mehr mit Schwebeachsen ausgestattet, sondern Teil eines neuen Fahrgestells, was die Laufeigenschaften der Wagen erheblich verbesserte. Auch konnten nun alle Türen automatisch vom Fahrer bedient werden, was einen Einsatz als schaffnerlosen Zug ermöglichte. Die Produktion dieser, als T 2-62 bezeichneten Wagen begann im Jahre 1963.

Mit dem RGW-Beschluss, die Produktion von Straßenbahnwagen ab 1965 in die Tschechoslowakei zu verlagern, endete die Produktion der berühmten „Gotha-Wagen“.

101 und 270 am Platz der Einheit

Sammlung A. Olander

 

 

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ET-57 Schema

 

 

 

 

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Technische Daten

  • Wagenkastenlänge: 10900 mm
  • Wagenkastenbreite: 2200 mm
  • Wagenkastenhöhe: 3115 mm
  • Sitzplätze: 20 (Potsdam 109 heute 21)
  • Motorleistung: 2 * 60 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
  • Leergewicht: 12.5 t

 

 

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Die Serienlieferung

Potsdam erhielt zwischen 1959 und 1960 insgesamt sechs Triebwagen des Typs T 57 mit den Nummern 151-156. Bereits ab 1958 kamen die passenden zwei Beiwagen (B 57). Sie trugen die Nummern 39 und 40 (später in 249 und 250). 1960 kamen dann noch 254 und 255 hinzu.

Der Nachfolgetyp T2-62 / Bauform 1964 (weiter als T2-64 bezeichnet) wurde ab 1967 werksneu an Potsdam geliefert. Insgesamt erreichten drei Trieb- und fünf Beiwagen die Stadt (Nummern 157-159 und 256-260). 1969 bekam der Verkehrsbetrieb noch einmal drei Beiwagen (261-263) von der Waggonfabrik Gotha geliefert, die diese als Nachbauten unter Umgehung des RGW-Beschlusses auslieferte. Mit insgesamt neun Trieb und zwölf Beiwagen, war die Neulieferung von zweiachsigen Einheitswagen an Potsdam beendet. Alle anderen Wagen des Typs T 2-64 (101-120, 149 und 150) waren Gebrauchtfahrzeuge aus Karl-Marx-Stadt, Magdeburg und Berlin, die in den Jahren von 1970 bis 1979 übernommen worden waren.

Die Fahrzeuge dieses Typs waren jahrelang das Rückgrat der Potsdamer Verkehrsbetriebe und waren aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Mit der Zuführung von KT4D–Fahrzeugen aus Berlin, endete der Einsatz dieser Wagen ab 1989. Ein Zug wird heute als historischer Dreiwagen-Zug betriebsfähig erhalten.

 

 

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Zwar gab es zu DDR-Zeiten verschiedene Lackierungsschemen für die Gotha-Zeiachser, letztendlich basierten sie aber alle auf der elfenbeinfarbenen Grundlackierung mit roten Absatzstreifen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1987 begann man die Gothawagen analog den Tatras in rot-weiß zu Lackieren. Eine vollständige Umlackierung fand nicht mehr statt, da der Einsatz der Wagen so abrupt endete.

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Wagenstatistik der Gotha-Zweiachser in Potsdam

Bilder einiger Wagen findest Du in der Fotogalerie

Wagennr.

Typ

Baujahr

Bemerkungen

101 I

T2-64

1965

1973 ex K.-Marx-Stadt 826, 1989 in 102 II

101 II

T2-64

1965

1989 ex 102 I, 1989 verschrottet

102 I

T2-64

1965

1973 ex K.-Marx-Stadt 825, 1989 in 101 II

102 II

T2-64

1965

1989 ex 101 I, 1989 verschrottet

103

T2-64

1967

1974 ex K.-Marx-Stadt 829, 1984 Unfall, 1989 verschrottet

104

T2-64

1967

1974 ex K.-Marx-Stadt 831, 1989 verschrottet

105

T2-64

1967

1974 ex K.-Marx-Stadt 830, 1990 verschrottet

106

T2-64

1965

1975 ex K.-Marx-Stadt 819, 1990 verschrottet

107

T2-64

1967

1975 ex K.-Marx-Stadt 836, 1991 verschrottet

108

T2-64

1965

1975 ex K.-Marx-Stadt 824, 1989 verschrottet

109

T2-64

1965

1975 ex K.-Marx-Stadt 820, historischer TW

110

T2-64

1965

1975 ex K.-Marx-Stadt 821, 1989 verschrottet

111

T2-64

1966

1975 ex K.-Marx-Stadt 832, 1979 Unfall, 1980 verschrottet

112

T2-64

1966

1975 ex K.-Marx-Stadt 833, 1991 verschrottet

113

T2-64

1965

1976 ex Magdeburg 411, ex 407, 1983 Unfall, 1989 verschrottet

114

T2-64

1966

1977 ex Magdeburg 414, ex419, ex 412, 1990 verschrottet

115

T2-64

1965

1977 ex Magdeburg 412, ex 408, 1991 verschrottet

116

T2-64

1966

1977 ex Magdeburg 418, ex 411, 1989 verschrottet

117

T2-64

1966

1977 ex Magdeburg 417, 1989 verschrottet

118

T2-64

1965

1978 ex Magdeburg 409, 1989 verschrottet

119

T2-64

1965

1978 ex Magdeburg 410, 1990 verschrottet

120

T2-64

1966

1978 ex Magdeburg 416, 1989 verschrottet

149

T57

1959

1970 ex Berlin 3910, 1977 verschrottet

150

T57

1959

1970 ex Berlin 3905, 1980 ArbeitsTW 302

151

T57

1959

1975 Umbau zu ER, 1980 ArbeitsTW 305, 2004 an HSM

152

T57

1959

Umbau zu ER, 1979 verschrottet

153

T57

1959

Umbau zu ER, 1980 verschrottet

154

T57

1960

Umbau zu ER, 1979 verschrottet

155

T57

1960

Umbau zu ER, 1979 verschrottet

156

T57

1960

Umbau zu ER, 1979 verschrottet

157

T2-64

1967

1991 verschrottet

158

T2-64

1967

1986 ArbeitsTW 306, 1998 an Ploiesti 306

159

T2-64

1967

1991 verschrottet

304

T59

1961

1980 ex Magdeburg 705, ex 403, 1998an Ploiesti 304


 

 

 

 

 Bemerkungen

 

 

 

 

Die Bezeichnungen mit den römischen Ziffern beziehen sich nur auf die Gotha-Zweiachser und deuten eine mehrfache Belegung der selben Nummer an.

Abkürzungen:

HSM - Hannoversches Straßenbahnmuseum
ER   - Einrichtungswagen

[zur Fotogalerie der historischen Zuges aus 109+214+218]
[zur Fotogalerie “Gothawagen in anderen Städten”]

 

 

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Das gab´s zwar nie, wäre doch aber mal ein netter Vorschlag für einen Stadtrundfahrtwagen oder einen Werbewagen für die ViP.