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TW0903

Der historische Lindner Zweiachser 9

Im Jahre 2005 wurde in Potsdam das 125. Jubiläum des Schienengebundenen Nahverkehrs gefeiert. Zugast waren damals auch historische Fahrzeuge aus Woltersdorf und Berlin, die Epochen repräsentierten, die in Potsdam mit eigenem Material nicht mehr dargestellt werden konnten. Obwohl noch in den 70er Jahren Wagen der ersten Generation der Elektrischen Straßenbahn vorhanden waren, hatte doch kein Fahrzeug überdauert. Die Begeisterung, die die historischen Fahrzeuge bei den Potsdamern auslösten waren der Grund, dass man auch hier nach einer Möglichkeit suchte, solche Technik präsentieren zu können. Tatsächlich war noch die Güterlore 311 vorhanden, die man als Grundstock für einen Wagen der ersten Generation nutzen konnte, war sie doch selbst einst ein Wagen dieser Epoche gewesen. Im Jahre 2006 erhielt die Lore 311 den Status als Technisches Denkmal (zusammen mit allen anderen Potsdamer Altbauwagen). Der Wiederaufbau konnte beginnen.

Um dem Anspruch an ein technisches Denkmal in allen fragen gerecht zu werden, wurde versucht, bei der Rekonstruktion des Wagens auf originale Ersatzteile zurückzugreifen. Diese waren zwar nur noch zu einem geringen Teil aus Potsdam selbst vorhanden, konnten aber im In- und Ausland zusammengetragen werden. Siemens fertigte schon damals viele Teile standardisiert für verschiedene Fahrzeugtypen an, was die Suche nach authentischen Teilen etwas erleichterte. Im Mai 2006 konnte beim Hannoverschem Straßenbahn-Museum in Sehnde-Wehmingen ein das Fahrgestell des ehemaligen Kasseler Triebwagen 723 (Bj. 1925) abgeholt werden, der dort bereits 1996 zerlegt worden war. Es diente als Spender für Radsätze, Fahrmotore und die Bremsanlage.

In Graz konnten Vorbaufahrschalter der Firma Westinghouse erworben werden, die den in Potsdam üblichen ovalen Grundriss besitzen, heute eine Rarität. aufgearbeitet wurden die beiden Schalter in Wien. Zeitgleich wurde in Leipzig das instandgesetzte Fahrgestell montiert und die in Bitterfeld von einer Fachfirma überholten Fahrmotore und die in Stassfurt nachgefertigten Blattfedern eingebaut. Am 18.09.2009 fand die Zwischenabnahme des Bodenrahmens für den Wagenkastenaufbau statt und am 15. Dezember 2009 konnten Fahrgestell und Bodenrahmen für den Aufbau des Wagenkastens zur Firma MT-Eisenbahnbedarf nach Mariazell transportiert werden. Nach Originalzeichnungen wurde das Wagenkastengerippe dort detailliert wieder aufgebaut.

Im Vorfeld des Innenausbaus erfolgte mit der Denkmalbehörde eine Abstimmung zu den Farbtönen der Außen- und Innenlackierung sowie der Deckenbemalung im Wageninnern. Grundlage waren historische Fotografien die das Fahrzeug außen und innen im Originalzustand zeigen. Die farbliche Ausgestaltung wurde dann auf Basis der genannten Abstimmungen vorgenommen. In der einer Schlosserei in Werder (Havel) wurde auf Grundlage vorhandener Originalzeichnungen zwei Umsetzgitter für die Plattformen des Wagens angefertigt. Komplettiert wird der Innenraum mit Messingbeschlagteilen, die vom Potsdamer Wagen 26 stammen und 1977 aus dem bereits in einem Woltersdorfer Kindergarten befindlichen Wagen geborgen wurden. Der Endausbau und die Lackierung erfolgten im rumänischen Iasi.

Am 30. Mai 2011 erreichte der fast fertige Wagen wieder Potsdam, wo er am 4. August nach erfolgter Komplettierung der elektrischen Ausrüstung erstmals aus eigener Kraft fuhr. Am 17. September 2011 wurde das Fahrzeug der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Fertig ist das Fahrzeug aber noch nicht. Für die originalen Sitzbezüge, den Einbau einer Kleinspannungsversorgung und einer elektrischen Weichenstelleinrichtung, werden weiterhin Spenden benötigt.