Die Variobahn im Einsatz in Potsdam

Die Variobahnen der Firma Stadler sind die neuesten Fahrzeuge im Potsdamer Wagenpark und sollen nach und nach die hochflurigen Tatra-KT4D ersetzen. Insgesamt 18 Stück werden für Potsdam produziert und sollen bis 2014 komplett im Einsatz stehen.

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Die Erste. Variobahn 421, inzwischen auf den Namen der polnischen Partnerstadt getauft, an der Glienicker Brücke.

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Fahrzeuggeschichte

Bis zum Jahre 2008 wollte die ViP den gesamten Wagenpark der Potsdamer Straßenbahn auf Niederflurfahrzeuge des Typs Combino umgestellt haben. Zu diesem Zeitpunkt sollten 48 dieser Wagen auf Potsdams Gleisen verkehren. Nach der Auflösung des Vertrages mit Siemens, aufgrund erheblicher Konstruktionsmängel an diesem Wagentyp, musste sich der Verkehrsbetrieb erneut mit der Ausschreibung neuer Straßenbahnwagen beschäftigen. Diese wurde im Mai 2008 beendet und führte zu einem Kaufvertrag über 18 Fahrzeuge des Typs „Variobahn“ der Firma Stadler. Inzwischen sind diese Fahrzeuge in Potsdam unterwegs.

Das Konzept „Variobahn“ stammt aus dem Jahre 1993 (im selben Jahr begann auch die Entwicklung des Combino), als die Firma ABB Henschel dieses Fahrzeug für die Verkehrsbetriebe in Chemnitz entwickelte. Ähnliche Fahrzeuge, die sich im Design erheblich von der Potsdamer Variante vor allem durch ihre sehr breite Front unterscheiden, wurden zwischen 1998 und 2001 auch nach Mannheim, Ludwigshafen und Sydney geliefert.

Interessant ist übrigens auch die Liste der Hersteller des Fahrzeuges. Während der Prototyp noch von ABB Henschel entwickelt wurde, stellte die Serienwagen bereits die Firma Adtranz her, die 1996 aus ABB und der Verkehrstechniksparte von Daimler Benz hervorgegangen war. Diese Firma wurde wiederum 2001 an Bombardier verkauft. Bombardier durfte allerdings aus kartellrechtlichen Gründen die Variobahn nicht selbst produzieren und gab die Lizenz an Stadler Panow weiter. Hier wird die Variobahn seit 2001 mit neuem Design produziert und auch weiterentwickelt.

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Erlkönig. Zum Stadtwerkefest vom 01.07 - 03.07.2012 war die Variobahn erstmals einem breiten Publikum präsentiert worden. Direkt an der Breiten Straße war 421 als “Erlkönig” verkleidet ausgestellt. Die Potsdamer konnten so einen Blick in die neue Bahn werfen.

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Technische Daten

  • Wagenkastenlänge: 29 972 mm
  • Wagenkastenbreite: 2 300 mn
  • Wagenkastenhöhe: 3 400 mm
  • Sitzplätze: 57
  • Motorleistung: 8 x 45 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
  • Leergewicht: 39 t

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Fahrzeugaufbau

Bei der Potsdamer Variobahn handelt es sich um ein 5-teiliges Einrichtungsfahrzeug mit einem Niederfluranteil von 100%, wobei bis auf das Mittelmodul alle Teile mit einer zweiflügeligen Tür ausgestattet sind. Der Wagen bietet zwei große Mehrzweckabteile mit Platz für Rollstühle, Kinderwagen und jeweils einen Fahrkartenautomaten, der ebenfalls neu entwickelt worden ist. Der Fahrerplatz als auch der Fahrgastraum sind klimatisiert. Insgesamt bietet die Bahn 57 Fahrgästen sitzend Platz, 118 weitere Personen können stehend befördert werden.

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Serienlieferung

Die Auslieferung des ersten Serienfahrzeuges erfolgte am 11. Mai 2011 und bereits drei Tage später konnte Wagen 421 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nach zahlreichen Probe- und Einweisungsfahrten wurde der Wagen am 17.09.2011 im Rahmen des Tages der offenen Tür bei der ViP auf den Namen der polnischen Partnerstadt „Opole“ getauft und den Fahrgästen zur Nutzung übergeben.

Am 26.01.2012 gab die ViP bekannt gab, dass man das gesamte Los von 18 Variobahnen beim Hersteller Stadler einlösen werde. Während man für die ersten zehn Wagen jeweils  2,5 Mio. Euro zahlen musste, werden die nächsten vier Bahnen bereits 2,6 Mio. Euro kosten und die letzten vier sogar 2,7 Mio. Euro. Begründet wurden die steigenden Kosten mit höheren Materialkosten und der Inflation.

Auch diese neue Fahrzeuggeneration wird von den Fahrgästen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während der helle Innenraum und das funktionale Design viel Anklang fanden, beklagen sich zahlreiche Passagiere und auch die Fahrgastverbände über die Größe der Bahn, die zu wenig Platz in den Spitzenzeiten biete. Negative Schlagzeilen machte das neue Fahrzeug auch durch Probleme mit den Gummis, die sich zwischen Radreifen und Radscheibe befinden.

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Wagenparkstatistik der Potsdamer Variobahn

Nr.

Name

Baujahr

Bemerkungen

421

“Opole”

2011

 

422

 

2011

 

423

“Luzern”

2011

 

424

 

2011

 

425

 

2012

 

426

 

2012

 

427

 

2012

 

428

 

2012

 

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