Nächste Haltestelle: Viereckremise

Am 24. Oktober 2017 erfolgte der erste Spatenstich zur Verlängerung der Potsdamer Straßenbahnlinie 96 über die derzeitige Endhaltestelle „Viereckremise“ hinaus in Richtung Jungfernsee. Die Schleife mit dem kuriosen Namen existiert seit dem 7. April 2001. Noch gerade rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2001 wurde dieser Streckenast eröffnet, auf dem die Straßenbahnen die Besucher direkt zum Haupteingang des BUGA-Geländes chauffierten. Auf der Linie 90E waren damals in der Spitzenzeit bis zu zwölf zusätzliche Straßenbahnen zwischen Hauptbahnhof und BUGA-Gelände im Einsatz.

Achtung! Es wird scharf geschossen! 

 

Die Bezeichnung „Viereckremise“ bezieht die Endstation nicht etwa von einem Schuppen oder gar Straßenbahndepot, wie der österreichische Leser vermuten könnte. Vielmehr handelt es sich hier um ein früher dort gelegenes Waldstück, dass um 1746 speziell für die königliche Jagd eingerichtet wurde. Das Wild wurde aus der umliegenden Feldflur in das scheinbar sichere Waldstück getrieben und dort bereits von den Schützen erwartet. Neben der Viereckremise, die noch um die Jahrhundertwende als solche auf Stadtplänen eingetragen war, gab es auch noch eine Fünfeckremise. Beide erhielten ihre Namen von der Form ihrer Grundfläche.

 

Es wird ziviler

 

Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts militärisch genutzt, gehörte die Feldflur und mit ihr die Viereckremise seit 1945 und bis 1993 zum sowjetischen Sperrgebiet. Mit der Bundesgartenschau 2001 und der Schaffung des Volksparks Potsdam ist der Potsdamer Norden nach Jahrhunderten wieder für Zivilisten nutzbar. Ließ anfangs die Wohnbebauung noch auch sich warten und fuhren die Bahnen auf beiden nördlichen Ästen durch eine leere Steppenlandschaft, so entwickelt sich entlang der Straßenbahntrassen rasant neue Wohngebiete. Die Straßenbahn hat einen erheblichen Anteil an diesem Wachstum und wird am Dezember 2017 über die Viereckremise hinaus zum neuen SAP-Campus am Jungfernsee verlängert werden. Für eine spätere Erweiterung in das neue Wohngebiet in Krampnitz, wird eine Trasse freigehalten. Wenn auch die Schleife im nächsten Jahr entfällt, eine Haltestelle „Viereckremise“ wird es auch weiterhin geben.